Der OBCZ lanciert das Projekt M/L AJAX
1. ausserordentliche Generalversammlung im Zürcher Yacht-Club
Wir schreiben den 2. Februar 2006. Der OBCZ hat seine Mitglieder und interessierte Gäste zu einer ausserordentlichen Generalversammlung in das Clubhaus des Zürcher Yacht Clubs eingeladen, um über die Idee des Erwerbs und Betriebs eines eigenen Clubschiffes zu befinden.
Die M/L AJAX, das Objekt der Begierde, liegt ruhig vertäut längsseits des Clubhauses und wird draussen in der kalten Nacht ertragen, wie drinnen über sie und die Idee, sie als clubeigenes Schiff zu betreiben, diskutiert, gemutmasst und gerichtet wird. Während eines Apéros an der Bar nutzen Einzelne die Gelegenheit, um einen letzten Blick in das Schiff zu werfen.
Kurz nach halb Acht eröffnet der Präsident die erste ausserordentliche GV in der Geschichte des Clubs. Mit Freude begrüsst er auch einige Gäste, die aus Interesse am AJAX-Projekt gekommen sind und in den OBCZ aufgenommen werden möchten. Als Zweites werden dann auch die Mutationen im Mitgliederbestand behandelt. Natürlich sind leider, wie immer bei solch einschneidenden Grundsatzdiskussionen ein paar Austritte zu verzeichnen. Doch Freude bereitet die Tatsache, dass sich nebst vier neuen Kandidaten auch drei Passivmitglieder für eine Aufnahme in die Reihen der Aktiven bewerben. Das heisst für den Club, nach Jahren des Mitgliederschwunds nun endlich wieder eine kleine Zunahme der Mitgliederzahl. Und mit Stolz erwähnt der Präsident, dass die Flotte des OBCZ durch eine Segelyacht der Bauwerft Bösch Jahrgang 1927, ein Motorboot der Bauwerft Pedrazzini Jahrgang 1937 und ein New Craft Motorboot Jahrgang 1968 bereichert wird.
Bevor nun das Hauptthema des Abends, Anträge zum Projekt M/L AJAX, behandelt wird, stellt der Vorstand die genaue Präsenz der stimmberechtigten Mitglieder oder deren Vertretung fest. Leider fehlen 3 Stimmen, um Statutenänderungen vornehmen zu können. Lange Gesichter blicken ratlos in die Runde. Und was nun? – Der Vorstand möchte in einer Abstimmung von den Anwesenden wissen, ob sie überhaupt und im Rahmen der Möglichkeiten, auf das Geschäft eintreten möchten oder ob sie die Idee lieber gleich begraben möchten. Das Ergebnis ist ein ganz eindeutiges JA zur Behandlung des Geschäfts. Ein Blatt mit sechs neuen Anträgen wird verteilt, die es ermöglichen, das Projekt weiter zu verfolgen, immer mit dem Vorbehalt, dass die Statuten anlässlich der ordentlichen Generalversammlung im April entsprechend angepasst werden.
Nach einer kurzen Pause, wo alle frische Luft schnappen und sich mit der aktuellen Situation auseinander setzen können, werden in mehreren Fragerunden zu allen geäusserten Bedenken und kritischen Punkten Antworten und Erklärungen gegeben. Im Wesentlichen sind es Verständnisfragen zum Schiff, zu dessen Zustand und Kaufpreis sowie zum Betrieb eines eigenen Clubschiffes. Die Diskussion ist angeregt und verläuft in einem aufgeschlossenen und konstruktiven Rahmen. Nach drei Runden scheinen alle Fragen für den Moment beantwortet zu sein und es kann über die einzelnen Anträge abgestimmt werden. Alle sechs Anträge werden mit einem sehr klaren Mehr und ein paar wenigen Enthaltungen angenommen. D.h. der Vorstand ist ermächtigt, den Kaufvertrag, mit Eigentumsvorbehalt und Ausstiegsklausel, abzuschliessen und den OBCZ mit seinem limitierten Beitrag am Projekt zu beteiligen. Dies ermöglicht, das Schiff schnell in den Betrieb zu nehmen, damit aktiv und glaubwürdig Sponsoren gesucht werden können. Auch soll dies ein positives Signal, für den Lotteriefonds ausstrahlen. Zudem wird der Vorstand beauftragt, die Gründung der Clubschiff-Genossenschaft vorzubereiten, damit diese bei einer Statutenänderung nach der ordentlichen GV schnell vorgenommen werden kann. Letztendlich wird auch der Erhöhung der Mitgliederbeiträge zugestimmt.
Das Resultat der Abstimmungen und die Äusserungen der Anwesenden zeigen, dass eine grosse Mehrheit der Mitglieder der Meinung ist, der OBCZ solle und dürfe etwas Neues wagen und das Projekt "Eigenes Clubschiff" könne darüber hinaus für den Club auch als Chance betrachtet werden. Offensichtlich wird das Risiko als abschätzbar und für den Club erträglich eingeschätzt, insbesondere da zwei Möglichkeiten zum Ausstieg aus dem Kaufvertrag bestehen; Eine, falls die Statuten im Frühling nicht geändert werden können und eine Zweite, wenn es nicht gelingt, die nötigen Gelder von Sponsoren oder dem Lotteriefonds zu erhalten.
Die Verschiebung der Abstimmung über die Statutenänderung wird vom Vorstand genutzt, um über diese etwas eingehender zu diskutieren. Aus den Reihen der Mitglieder sind zudem Anregungen zu einer etwas umfangreicheren Anpassung eingegangen. Die meisten Vorschläge werden von den Anwesenden sehr begrüsst und es wird beschlossen, mit dem Versand der Einladung zur ordentlichen GV diese zusätzlichen Anpassungen allen Mitgliedern zuzustellen, damit dann umfassend aktualisiert und abgestimmt werden kann.
Zum Schluss wird das aktuelle Jahresprogramm gestreift und zu den einzelnen geplanten Veranstaltungen genauere Ausführungen gemacht. Auch wird darauf hingewiesen, dass das Jahresprogramm seit Jahresbeginn auf dem Internet ersichtlich ist und laufend aktualisiert wird. In diesem Zusammenhang wird auch bestimmt, dass über das Jahresprogramm in Zukunft nicht mehr erst an der GV abgestimmt werden soll, da es für viele Clubmitglieder ein Bedürfnis ist, so früh wie möglich über die Daten Bescheid zu wissen.
Nach gut zwei Stunden schliesst der Präsident diese ausserordentliche Generalversammlung und bedankt sich beim Zürcher Yacht Club nochmals für die grosszügige Gastfreundschaft in seinem einzigartigen Clubhaus. Die drei Neuaufgenommenen ZYC-Mitglieder laden, ganz der Tradition ihres Clubs folgend, alle Anwesenden herzlich zu einem Schlummertrunk in die Bar ein. Noch lange wird angeregt diskutiert und der Abend klingt, letztendlich doch befriedigt aus.
Von Herzen sei allen gedankt, die entweder mit ihrer Präsenz oder aber auch mit ihrem Engagement aus der Ferne ihr Interesse am Club und seiner weiteren Entwicklung demonstrierten und sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und konstruktiv ihre Meinung zum Aus-druck gebracht haben!
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