*
OBCZ Titellogo
Oldtimer Boot Club Zürichsee - Logo
Balken rot/blau 980px
Oldtimer Boot Club Zürichsee
Menu
OBCZ Startseite OBCZ Startseite
Die Flotte Die Flotte
Dampfboote Dampfboote
Motorboote Motorboote
Segelboote Segelboote
Ruderboote Ruderboote
Richtlinien Richtlinien
Vorstand Vorstand
Geschichte Geschichte
Archiv Archiv
Veranstaltungen Veranstaltungen
Jahresprogramm Jahresprogramm
Kontakt / Anmeldung Kontakt / Anmeldung
Weitere Veranstaltungen Weitere Veranstaltungen
Logbuch Logbuch
2017 2017
2016 2016
2015 2015
2014 2014
2013 2013
2012 2012
2011 2011
2010 2010
2009 2009
2008 2008
2007 2007
2006 2006
2005 2005
2004 2004
2003 2003
Pressearchiv Pressearchiv
2003 bis heute 2003 bis heute
2002 und älter 2002 und älter
Fotogalerie Fotogalerie
Fotogalerie 2016 Fotogalerie 2016
Fotogalerie Archiv Fotogalerie Archiv
Clubschiff Clubschiff
Terminplan Terminplan
Konditionen Konditionen
AJAX-Kapitäne AJAX-Kapitäne
Reservation Reservation
Projekt Projekt
Kontakt Kontakt
Formular Formular
Vorstand Vorstand
Links Links
Marktplatz Marktplatz
Bootsmarkt Bootsmarkt
Members only Members only
Oldtimer Boot Treffen 2014 Oldtimer Boot Treffen 2014
Meldeliste Meldeliste
Sponsoren Sponsoren
Dokumente Dokumente
Block_GooglePlus

Folgen Sie uns auch auf YouTube:

Oldtimer Boot Club Zürichsee


Impressum_Sitemap
Impressum | Sitemap

Login für Mitglieder
Willkommen an Bord
 
Login
Benutzername:

Passwort:

Login automatisch

Passwort vergessen?
PrinterFriendly
Druckoptimierte Version
Titel_weitere_Veranstaltungen

Weitere Veranstaltungen

Hier finden Sie Informationen und Links von nautischen Veranstaltungen, die nicht vom OBCZ organisiert sind.

Weitere Informationen bitte direkt beim Veranstalter anfordern.


Presse: S/L «Charlotte» und Charlotte in Fahrt
21.06.2009 12:30 (9668 x gelesen)

S/L Charlotte und Charlotte in FahrtS/L «Charlotte» und Charlotte in Fahrt
 

Sein 100-jähriges Bestehen feierte vor Wochenfrist der Raddampfer «Stadt Zürich». Noch älter zeigt sich S/L «Charlotte», ältestes Schraubendampferli der Schweiz. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es 125 Jahre alt.

Von Uschi Meister

Lachen/Horgen. – Noch liegt eine grau-nässliche Schneedecke auf den umliegenden Bergrücken. Die Wasseroberfläche des Zürichsees liegt ruhig und spiegelnd in graugoldenem Morgenlicht – mit Temperaturen, die nicht im Entferntesten an genüssliche Schwimmzüge denken lassen. Schwimmen will indessen keiner der Passagiere, die an diesem Tag im frühen April auf S/L «Charlotte« von Lachen nach Horgen fahren. S/L steht für «Steam Launch» und «Charlotte» ist ein ganz liebenswertes Schraubendampferchen, einst als privates Vergnügungsschiffchen gebaut, auf dem sechs Personen bequem Platz finden.

Heiss für die Fahrt

S/L «Charlotte» ist auch schon ganz schön heiss, denn seit einer knappen Stunde beschäftigt sich Kurt Bolt als «Heizer». Schaut man von weit unten in die Antriebsmaschine – sie erinnert vom Anblick her eher an eine heimliche Schnapsbrennerei –, so ist tatsächlich unterm Dampfkessel ein fröhlich flackerndes Feuer zu entdecken. Und Kurt sieht im Gesicht leicht «angeschwärzt» aus. Charlotte, der Spezies «Donna Sapiens» und ein befreundeter Dampf-Fanatiker, Ambrosius Saladin, in einem zweiten Fahrzeug nachfolgend, werden dringend erwartet, denn Dampferchen «Charlotte» kommt auf Betriebsdruck.

Schon hallen eilige Schritte über die Planken der Bootsanlage in Lachen. Wir sind komplett, brauchen nur noch die Leinen loszumachen und schon bahnt sich das gemütlich-nostalgische Dampferchen seinen Weg durch die anderen noch friedlich schlafenden Schiffe, sticht mit vorwitziger Munterkeit hinaus in den See. Gänzlich ohne das geringste Anzeichen von Altersschwäche. Vermutlich 125 Jahre alt ist Dampferchen «Charlotte» im Jahr 2005 geworden – die Spuren ihrer Jugendzeit verwischen sich im Dunkel. Nur die auf eine Plakette am Dampfkessel geprägte Zahl 1880 lässt auf das Jahr ihrer Erbauung schliessen.

Einst auf Themse und Seine

Gesichert weiss man, dass das Schiff in England von Lifu und Thornycroft erbaut wurde. Die Schiffsnummer 5302 zeigt an, dass Thornycroft eine grosse Werft war. Lifu steht für «Liquid Fuel» oder zu deutsch Flüssigbrennstoff, was darauf hindeutet, dass nicht im Vordergrund stand, ein Dampfschiff zu bauen, sondern vielmehr, den neuartigen, flüssigen Brennstoff Petrol, heute bekannt als Kerosin für Flugzeugtriebwerke, zu verbreiten. Es gibt gesicherte Hinweise darauf, dass das Schiff einige Zeit auf der Themse in England gefahren ist und später auf der Seine bei Paris unterwegs war, bevor es in die Schweiz importiert wurde.

Gustave Naville, Mitinhaber und Betriebsleiter der weltbekannten Escher Wyss, kaufte es vermutlich 1895. Damals wurden Schiffszimmerleute und Bootsbauer, die Rettungsboote für grosse Ozeandampfer herstellten, zum Bau von privaten kleinen Vergnügungsschiffen herangezogen. Seit einiger Zeit schon baute Escher Wyss sogenannte Naphta-Boote mit einfach zu handhabender, aber gefährlicher Antriebstechnik, bei der ein Drei-Zylinder-Dampfantrieb nicht mit Wasserdampf, sondern mit verdampftem Rohbenzin betrieben wurde. Der Abdampf wurde verbrannt und zum Heizen des Kessels verwendet. Es erstaunt nicht, dass die Boote alle abgebrannt sind und kein einziges erhalten blieb.

Nach Ehefrau benannt

Gustave Naville benannte das Schraubendampferchen «Charlotte» nach seiner Frau und nahm es als Vorbild für die Konstruktion privater Vergnügungsschiffe. Es ist zu vermuten, dass 91 Naphta-Boote gebaut wurden. Auf dem Deckel des grösseren Niederdruckzylinders steht nämlich «Escher Wyss – 1895 – No. 92». Heute noch besteht kein Grund, dass Passagieren beim Besteigen von S/L Charlotte «schmuch» wird. Kurt Bolt hantiert gelegentlich mit langem Schraubenzieher oder giesst einige Tropfen Öl nach, das Dampferchen läuft indessen so ruhig, wie der See daliegt. Und tuckert freudig gleich einer gut gewarteten Nähmaschine.

Vollauf zufrieden und geradezu begeistert ist auch Dampf-Freak Ambrosius Saladin, der zur Freude aller oft und gerne auf seiner alten Dampfwalze um den Brunnen seines Dorfes kurvt. Dass S/L «Charlotte» in die Werft nach Horgen fährt, hat nichts mit technischen Problemen zu tun, vielmehr haben sich ihre Besitzer entschlossen, der «alten Dame» – einst das schnellste private Vergnügungsschiff auf dem Zürichsee – ein paar neue Schiffsplanken und wieder ihr Farbkleid aus dem Jahre 1934 zu geben, damals uncharmant als «mausgrau» beschrieben.

Geschlossener Wasserkreislauf

Den «Durchstich» vom Ober- in den Zürichsee schaffen wir locker mit Geschwindigkeiten zwischen 10 und 15 Kilometern in der Stunde. Die voraussichtliche Reisezeit von Lachen nach Horgen hat das GPS mit knapp über zwei Stunden berechnet. S/L «Charlotte» besitzt im Gegensatz zu den grossen Raddampfern einen geschlossenen Wasserkreislauf. Der Dampf geht in Rohren unter dem Schiff durch bis zum Bug und kommt gekühlt zurück in die im Heck liegende Zisterne. Betriebsdruck stellt sich ab 2,5 Bar ein, die Kolben sind aus Bronze und brauchen nicht geschmiert zu werden.

Einmal in Fahrt und auf dem morgendlich noch wenig befahrenen, stillen See bleibt viel Zeit zum Erzählen. Doch nun unterbricht Kurt Bolt die technischen Informationen von Gattin Charlotte mit der Schmunzel-Bemerkung: «Wenn uns nichts mehr Dringenderes einfällt, bauen wir einen Samowar ein …» Nicht, dass Geschichte und technische Details in trockene Langatmigkeit ausgeartet hätten, doch wie Charlotte Kunz Bolt zum Beinamen«Dampfer-Lotti» kam, ist eine ebenso spannende Geschichte. Sie hatte wenige Tage vor unserer Fahrt die staunenden Mitglieder des Oldtimer Boot Club Zürichsee durch den Maschinenraum der «Stadt Zürich» geführt – bei stehenden Maschinen versteht sich, in der Werft der ZSG.

Bei «Dopplet oder nüt»

Jetzt möchte «Heizer» Kurt Bolt, im wirklichen Berufsleben EDV-Programmierer, erzählen und muss zeitlich gesehen ebenfalls weit zurückgreifen. Die 16-jährige Gymnasiastin Charlotte Kunz sass bei der Coiffeuse und erzählte von Dampfschiffen, ihrer Leidenschaft. Die Coiffeuse bewunderte sofort «Lottis» Wissen in der so gar nicht Mädchen-Domäne. Als Lotti unter der Trockenhaube sass, rief sie beim Schweizer Fernsehen an und schlug Kundin Lotti fürs «Dopplet oder nüt» mit Mäni Weber vor, die Sendung, die wöchentlich Strassen wie Beizen leerfegte. «Wenn die Schule nicht darunter leidet …» unterstützteVater Kunz die Quiz-Teilnahme. Den Zuschauern stockte fortan der Atem, denn die Gymnasiastin kam Runde um Runde bis zum Gewinn weiter.

So lernte Lotti auch Hans Knell kennen, den damaligen Besitzer der S/L «Charlotte», und durfte auf dem Dampferchen mitfahren. Hans Knell hatte das Schiff gut in Schuss gehalten, nahm er doch bei Sulzer die Einstellungen für die Dampfventile vor. Charlotte selbst wird später beruflich für die Denkmalpflege des Kantons Zürich tätig und betreut massgeblich Unterhalt und Renovationen der beiden Raddampfer auf dem Zürichsee. Dabei verlor sie Dampferchen S/L «Charlotte» aus den Augen, traf dieses erst 1993 beim grossen Oldtimer Bootstreffen in Rapperswil wieder.

Kauf ohne Reue

Im Jahr 2001 rief Bernhard Knell, Sohn des inzwischen verstorbenen Hans Knell, bei der Denkmalpflege an, mit der Absicht, das historische Dampferchen unter Denkmalschutz zu stellen.Weil dies nicht ging, wollte Bernhard Knell das Schiff verkaufen. Charlotte erbat 24 Stunden Bedenkzeit, telefonierte sofort mit Partner Kurt Bolt, der an einer Tagung in Deutschland weilte. Ohne eine Sekunde zu überlegen, pflichtete er bei: «Ja, klar, kaufen.» Bei dieser Schilderung schien S/L «Charlottes» Tuckern noch eine Spur freudiger zu klingen.

Oder sah sie einfach lange vor den gebannt lauschenden Gästen, dass schon die Werft in Sichtweite kam, wo das Dampferchen eine Grunderneuerung mit Kessel-Revision erhalten sollte sowie die frühere Farbgebung, die durch etwas «chrätzele» zum Vorschein kam. DieAnkunfts-Voraussage des GPS stimmt auf die Minute genau. Nun aber gilt es noch den Dampf auszulassen, den Wasserkreislauf zu entleeren und alle beweglichen Sachen auszuräumen. Charlotte und Kurt werden einige Wochen ohne «Charlotte» auskommen müssen.

Die Südostschweiz am Sonntag, 21. Juni 2009, Seite 11 - Bilder: Uschi Meister


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
Die hier veröffentlichten Artikel und Kommentare stehen uneingeschränkt im alleinigen Verantwortungsbereich des jeweiligen Autors.
TOP ARTIKEL

Es gibt heute noch keinen Leitartikel.

Titel_neuste_Meldungen

Neuste Meldungen
Bisherige Artikel
Titel_meistgelesene_Meldungen

Meistgelesene Meldungen
Copyright_Webmaster

©
OBCZWORLDSOFT CMS-Website • Graphik, Design & Webmaster: Daniel Heusser • Internet-Agentur und Medienbüro
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail